Reicht Fachkompetenz aus, um Mitarbeiter zu führen?

Fachwissen hat in Deutschland hohes Ansehen. Experten, am besten mit Promotion, haben einen Trust-Bonus. Aber: Reicht Fachkompetenz aus, um Mitarbeiter zu führen?

Zwar ist Fachwissen unverzichtbar für die untere Führungsebene, um Fortschritte in Projekten zu verstehen, den Output zu beurteilen und um Denkanstöße für neue Ansätze zu geben. Doch bereits für die mittlere Führungsebene und definitiv für das Top-Management verschieben sich die Schlüsselqualifikationen. Quer über alle Ebenen bleibt eine Fähigkeit gleich: die zur sozialen Kompetenz und Persönlichkeit.

In der Praxis musste ich oft feststellen, dass es Führungskräften an Know-how und Erfahrung mangelt, was Mitarbeiterführung bedeutet und wie man sie umsetzt. Kontrolle und Top-down-gesteuerte Arbeitsanweisungen sind immer noch weit verbreitet. Der Kicker im Foyer, der Obstkorb in der Kaffeeküche, die Grillfeier auf der Dachterrasse oder das Feng-Shui-Büro sind eben nicht die Kriterien für gute Mitarbeiterführung.

Menschen lassen sich nicht über einen Kamm scheren – für manche Mitarbeiter ist Vertrauen wichtig und dass sie beim Arbeiten möglichst freie Hand haben, andere fühlen sich in vorgegebenen Prozessen wohl und können nur so ihr volles Potenzial ausschöpfen.

Ich möchte Führungskräfte zu mehr „Sozialkompetenz“ ermutigen, denn meine Praxiserfahrungen zeigen, dass sie mit dieser Haltung einen Ort schaffen, an dem Menschen gern und motiviert arbeiten.

Arbeit nach Vorschrift oder nach Know-how?

Monday mornin‘ feels so bad, ev’rybody seems to nag me… singt Bowie 1973 im Lied „Friday on my mind“. 1973 – das war etwa zeitgleich auch der Beginn der modernen Human-Ressources-Ansätze nach Lewin und Maslow sowie dem systemorientierten Ansatz von Wimmer.

Wo stehen wir heute? Kontrolle als Führungsinstrumente und top-down-gesteuerte Arbeitsanweisungen sind leider noch immer weit verbreitet. Das führt oft zu passivem Arbeitsverhalten, fehlender Identifikation mit dem Arbeitsplatz und häufig bedingter innerer Kündigung. Arbeit nach Vorschrift und nicht nach Know-how. Ist es nicht frustrierend, dass 50 Jahre später die meisten sich montags schon auf den Freitag freuen?

Der Kicker im Foyer ist leicht umzusetzen, das Markenzeichen einer modern denkenden Geschäftsführung. Doch reicht das aus? Wie sieht es aus mit der ECHTEN Wertschätzung für die Mitarbeiter, dem Vertrauen, sie eigenverantwortlich wirken zu lassen? Gelingt es Ihnen, teamspezifische, personenzentrierte Prozesse, die mit hoher Selbstwirksamkeit gestaltet und umgesetzt werden könnten, anzuvertrauen? Wo stehen Sie wirklich? Wie weit sind Sie von 1973 entfernt?

Jede Person mit ihren Fähigkeiten am richtigen Platz – diese Idealbesetzung klingt wie ein Traum – ist jedoch mit uns als zertifizierte Practitioner der LIFO-Methode oder mit dem systemischen Ansatz für das Team und die Führungskräfte möglich.

Wer ist der Wolf? Wer ist der Hase?

Das derzeitige wirtschaftliche Umfeld macht es Führungskräften schwerer denn je, Veränderungen umzusetzen. Oft schon nahe an der Erschöpfung investieren sie viel Energie in die Frage, warum (manche) Mitarbeiter direkt oder unausgesprochen Widerstand bei so offensichtlich notwenigen Veränderungen leisten. Als Konsequenz bleibt die Führungskraft hinter den Zielen zurück und steht vor der zusätzlichen Aufgabe, die Ergebnisse des Projekts zu verantworten.

Dabei stimmt das Bild von Wolf und Hasen nur auf den ersten Blick. Der Mitarbeiter sieht sich in der Rolle des Hasen, der vor Veränderungen flieht. Er fühlt sich machtlos und nimmt offen oder verdeckt eine Widerstandshaltung ein. Damit wechselt er aber die Rolle und wird zum Wolf, denn Widerstand übt große Macht aus. Die Führungskraft erlebt die Situation genau umgekehrt. Ein großer Schritt nach vorn ist getan, wenn der Mitarbeiter aufhört, sich als Hase zu sehen, und die Führungskraft aufhört, als Wolf zu handeln.

Widerstand ist per se ein Anzeiger für einen Pain Point. Trotzdem fühlen sich viele Führungskräfte vor eine schwierige Herausforderung gestellt, wenn sie auf Widerstand treffen. Der beste Weg aus dem Konflikt ist, die möglichen Ursachen zu ergründen.

Die Ursachen lassen sich grob in drei Kategorien einordnen, die sich in der Praxis häufig miteinander vermischen bzw. gegenseitig verstärken:

  • Die Art des Führungsstils ist unpassend zur Firmenkultur oder nicht ausreichend bewusst reflektierend und
  • Es liegt am Mitarbeiter, der sich vielleicht überfordert oder nicht wertgeschätzt fühlt.
  • Die Art der Prozessimplementierung sowie die Form der Organisationsstruktur behindern den Wandel.

Die Aufgabe der Führung besteht nun darin, eine Position einnehmen zu können, die es erlaubt, die Situation objektiv und empathisch zu analysieren. Ein Training hilft dabei, die Ursachen zu verstehen und Lösungen zu finden. Es ist die Chance, eine Arbeitsumgebung individuell zu verändern.

Das Führungskräftetraining von Grönke Consulting führt Führungskräfte in die Tiefen des Reflexions- und Veränderungsprozesses, sodass sie ihren persönlichen Weg im Umgang mit Widerständen finden können.

Ist Lernen Verlockung oder Mühsal?

„Aller Anfang ist schwer“ oder „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – diese Redewendungen sind alt und überholt. Und doch stecken sie tief in den Genen unserer Kultur und unseres Verhaltens. Lernen wird viel zu oft mit Anstrengung, Mühe und Lustlosigkeit verbunden. Geboren wird der Mensch als Forschergeist. Mit unbändigem Drang lernen Kinder Laufen, Sprechen, Rad fahren, Lesen, Schreiben, Klavier spielen. Sie machen dabei Fehler, aber egal, es geht weiter. Die Freude am Lernen ist dem Menschen ureigen, aber oft genug lässt man sie verkümmern und die Angst vor Veränderungen übernimmt das Ruder. Dabei ist Lernen die Chance für den Change. Change bedeutet Wandel und nur wer sich sein Leben lang wandelt, bleibt gedanklich flexibel und inspiriert.

Lernen ist verlockend – das lebt und lehrt unser Team aus 20 Trainern und Beratern von Grönke Consulting. Wir arbeiten mit Führungskräften, die auf den Geschmack gekommen sind und das Lernen für sich und ihr Team neu entdecken wollen. Mit der New-Leadership-Methode erweitern sie ihre Wirkungsweise, stärken die Motivation und Selbstzufriedenheit des Teams und erhalten gleichzeitig Selbstentlastung in ihrer Funktion.

Interessiert? Mehr Infos unter Agile Transformation und Führungskräftetraining.