Was hat das Bild mit Prozessmanagement zu tun?

  • Jeder schaut nur auf seine eigenen Prozesse und hält seine eigene Position für die Wichtigste –> Silodenken.
  • An den Schnittstellen klappt es nicht. Die Schnittstellen sind nicht geregelt.
    Hauptfehlerquelle: In kritischen Situationen findet zwischen den Projektmanagern oder teamintern zu wenig Kommunikation statt.
  • Risiken werden nicht rechtzeitig kommuniziert. Niemand merkt, dass es brennt…
  • Gefahr: Wenn man nicht nach rechts und links schaut, wird das komplette Ausmaß des Brandes nicht rechtzeitig sichtbar.

 

Als man erkannte, welche Ressourcen interdisziplinäres Arbeiten freisetzt, entstanden dedizierte Positionen wie Prozessmanager und Projektmanager. Sie sollen den Überblick behalten, das große Ganze. Sie sind die Dirigenten, die dafür sorgen, dass alle einzelnen Arbeitsschritte ineinandergreifen, dass jeder über den Status quo der anderen Abteilungen informiert ist.

Reicht es also, einen guten Prozess- und Projektmanager zu haben? Nein, denn er ist auf jeden Einzelnen angewiesen. Jeder Mitarbeiter muss sich immer wieder bewusst machen, dass er Teil eines interdisziplinären Teams ist.

Objektiv ist alles subjektiv

Denkstrukturen entstehen durch Sinneseindrücke und durch unsere Erfahrungen, die wir physisch, psychisch, intellektuell vornehmen. Gregory Bateson sagte provokant: „Du glaubst deine eigenen Gedanken zu denken – doch du denkst die Gedanken deiner Kultur.“

Unsere Kultur ist aufklärerisch geprägt. Rationalität und Objektivität haben obersten Stellenwert. Das hat enorme Vorteile, denn diese Denkweise gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, etwas richtig zu wissen oder zu machen. Unsere Kommunikation ist ebenso davon geprägt, recht zu haben, alles richtig zu machen oder etwas beweisen zu müssen. Diese Herangehensweise ist für viele Situationen vorteilhaft, aber reduziert auch die Option auf weitere Sicht- und Verhaltensmöglichkeiten.

Wenn wir die Welt in immer gleichen Denkstrukturen erleben, welche Möglichkeiten haben wir dann überhaupt, etwas Neues zu denken?

Ein Weg aus dem Schema ist es, Handlungen zu hinterfragen. Fragen Sie nach dem Warum und Wofür. Eine weitere Methode ist die Reflexion. Humberto Maturana sagte „Wir beginnen uns zu verändern, wenn wir beginnen zu reflektieren.“ Mein Favorit aber ist, neugierig und unkonventionell zu sein. Denn diese Eigenschaften sind ein „natürlicher“ Schutzwall gegen eingefahrene Denkstrukturen.

Und wie mache ich das?

Es hilft nur mutig sein, ausprobieren und wenn es schief geht, als Erfahrung ad acta legen. Denn wer sagt denn, dass Weißwürste mit Mayonnaise nicht schmecken? Oder dass Turnschuhe den Operngenuss schmälern? Kann es sein, dass ein Team Projekte primär selbstbestimmt steuert…?

Mikropolitik am Arbeitsplatz ändern? Geht das?

Wir suchen und finden Verbündete, bluffen, knüpfen Netzwerke, schmücken uns mit fremden Federn oder machen andere stark und wirken als Vorbild – im Fachjargon nennt man das mikropolitische Techniken.

Suchen Sie im Bild welche Techniken Sie selbst anwenden oder Ihnen in Ihrem beruflichen Umfeld begegnen. Jeder von uns verhält sich auf eine gewisse Weise mikropolitisch, bewusst, aber meistens unbewusst, um im Job sein Ziel zu erreichen. Es gibt tausende Formen und Varianten an Techniken – manche davon sind förderlich und andere sind hinderlich wie z. B. bei der Teamentwicklung oder der Implementierung neuer Prozesse – dass gilt sowohl für Führungskräfte als auch für Mitarbeiter. Für mich stellt sich die Frage: Wie können wir auf kontakt- und prozessfördernder Ebene mikropolitischen Einfluss nehmen?

Meine Einschätzung: Agilitätskonzepte verändern Machtgefüge, denn sie ermöglichen neue Rollen, Prozessgestaltungen, Zuständigkeiten und Methoden.